Über J. G. Grasel
Wissenswertes

Was Sie über J. G. Grasel vielleicht nicht wissen

  • Wussten Sie, dass Grasel in einer Familie eines Abdeckers das Licht der Welt erblickte und seine Mutter die Tochter eines Bettlers war? Die Arbeit des Abdeckers gehörte im Jahre 1790, als der kleine Johann geboren wurde, zu den verschmähten und verachteten Berufen.
  • Wussten Sie, womit Abdecker ihr kärgliches Dasein fristeten? Wussten Sie, dass zu den ebenso verachteten Berufen seinerzeit auch Musikanten gehörten?
  • Wussten Sie, dass er zweimal, stets unter falschem Namen, eingesperrt wurde, und dass ihm in beiden Fällen die Flucht gelang? Im April des Jahres 1815 ließ er sich als Soldat anwerben, wobei er jedoch nach sechs Wochen desertierte. In jenem Jahr wurde er auch Vater - seine liebe Rosalia Eigner aus der Gemeinde Stálky gebar ihm einen Sohn.
  • Wussten Sie, wie er gefangen genommen wurde? Lediglich durch eine List, bei welcher der Drosendorfer Gerichtsbeamte Franz Schopf und der polizeiliche Informant David Mayer aus Brünn eng beteiligt waren. Mayer befreite aus dem Gefängnis in Drosendorf Grasels Geliebte Therese Hamberger und konnte durch Mittelsmänner den Kontakt zu Grasel knüpfen. Er versprach ihm, ihn ins Ausland zu schleusen. In der Nacht zum 20. November 1815 wurde er jedoch im Gasthaus in der Gemeinde Mörtersdorf bei Horn festgenommen.
  • Wussten Sie, dass mit Grasel mehr als 200 Personen und Kumpane verfolgt wurden? Es handelte sich zumeist um Abdecker, Gastwirte, Bauern und Kaufleute. Bei einigen, vor allem geringfügigen Taten, ging es weniger um die Beute, als eher um Unterhaltung und Spaß.
  • Wussten Sie, dass sich Grasel zu 205 Verbrechen bekannte? Wie war eine derart hohe Anzahl möglich? Ursachen gab es viele: der Unterschlupf in Abdeckereien, gute, eigentlich weniger gute, Gefährten (Ignaz Stangl, Jakob Fähding – Hirte aus Drosendorf), der bürokratische und schwerfällige Kampf der Obrigkeit gegen Verbrechen. Wussten Sie, welche Bedeutung Grasels „Monsterprozess“ für die Geschichte der Justiz in Österreich hatte? Er beschleunigte die Reformen (moderne Strafordnung - 1850 und neues Strafgesetz - 1852), hatte enormen Einfluss auf die historische Entwicklung des österreichischen Strafrechtes und ebenso auf das richtige Verständnis dieser rechtsgeschichtlichen Epoche.
  • Wussten Sie, dass der Umstand der letztendlichen Verurteilung Grasels zum Tode nicht so sehr in der Schwere der Delikte bestand, die ihm tatsächlich nachgewiesen werden konnten, sondern eher in den Besonderheiten des Gerichtsverfahren? Es handelte sich um ein reines Untersuchungsverfahren, bei welchem die Funktion des Richters und des Klägers nicht getrennt war; der Beschuldigte war ein Objekt, dass zur Ablegung eines Geständnisses verpflichtet war, während die Rechte der Verteidung äußerst begrenzt waren. Das Gerichtsverfahren erfolgte geheim, schriftlich und indirekt, die Unabhängigkeit der Richter war nicht garantiert. Die Ermittlungsakte hatte 1378 Blätter und 1185 Beilagen.
  • Wussten Sie, dass die Erinnerungen an Grasel in dieser oder jener Form Bestandteil der mündlich überlieferten Geschichte zu beiden Seiten der Grenze wurden, und dass sie interessante Zeugnisse der volkstümlich geschichtlichen und rechtlichen Auffassungen in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts sind? Die zweite Ebene bildet das Interesse der Literaten, Schriftsteller, Theaterschaffenden und Filmemacher. Die dritte Ebene ist die Ebene der Wissenschaft.
  • Wussten Sie, dass Sie in Horn den alten Stadtturm mit einer Ausstellungen über Grasel besuchen können? In Horn können Sie ferner das Gasthaus des Anführers der Räuber (seit 1977), Grasels Wirtshaus (seit 1980) besuchen, und in Mörtersdorf, wo Grasel festgenommen wurde, gibt es seit 1991 den sog. „Graselheurigen“. Zur Gestalt des Grasel entstehen in Österreich auch heute Theaterstücke, es werden seine Porträts gezeichnet, eine Band, die überwiegend Volkslieder präsentiert, nennt sich „Graselgeiger“. Damit das Höbarth-Museum in Horn vielen Legenden vorbeugt, beabsichtigt es, eine detaillierte Dokumentation zu Grasel zusammenzustellen. In Österreich hat Grasel den Spitznamen „Räuber von Adel“.

Wissen Sie nun, wie das „tschechische“ Wort GRÁZL entstand?


Literatur: HITZ, Harald: Johann Georg Grasel. Räuber ohne Grenzen.

 



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